Willkommen zu einem Besuch im einzigartigen
GLASAPPARATEMUSEUM in Cursdorf / Thüringer Wald / Deutschland

Bitte etwas Geduld haben, alle Bilder zu laden dauert einige Zeit. Aber es lohnt sich!

Die Gasentladungsröhre (Niederdruckröhre) wurde 1857 durch Heinrich Geissler, geboren in Neuhaus am Rennweg, in die Wissenschaft eingeführt. Seitdem ist die Gasentladung in vielen technischen Bereichen vertreten. Ohne deren Fortentwicklung gäbe es heute keine Leuchtstoff-, keine Braunsche-, keine Röntgenröhre usw.
1876 machte sich der in Cursdorf geborene und aufgewachsene Robert Götze, Schüler Heinrich Geisslers, in der Universitätsstadt Leipzig selbständig. Er holte seine Neffen, die Gebrüder Pressler, aus Cursdorf nach und bildete Sie aus.
Um die Jahrhundertwende gründete Otto Pressler in Leipzig und Rudolf Pressler 1903 in Cursdorf eigene Unternehmen. Diese drei Firmen machten sich auf den Gebieten der Thermometrie, der Röntgentechnik, der Gasentladungsphysik und Fotoelektronik sowie durch die Herstellung hochwertiger physikalischer Lehrmittel weltweit einen Namen.
Diese hier in Cursdorf mit aussergewöhnlichen handwerklichen Fähigkeiten gefertigten Röhren sind in einem eigenen Museum im neugestalteten Dorfgemeinschaftshaus zu bewundern. Sie werden nicht nur gezeigt sondern - einmalig in diesem Umfang in Deutschland - in ihrer Funktion vorgeführt. Bestaunen Sie die faszinierenden Effekte der verschiedensten Röhren!

Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag 10.00 - 12.00  /  13.00 - 15.00
Vorführungen der Röhren nur auf Voranmeldung.


Adresse
Historisches Glasapparatemuseum
Ortsstrasse 23
98744 Cursdorf

Telefon   036705 / 62 017
Tel. Fax. 036705 / 62 070
e-mail hier klicken !!
Internet http://www.cursdorf.com

Die Firmen  Rudolf Pressler und Otto Pressler befanden sich hier in Cursdorf.
Gegründet um 1903. Leider gibt es diese Firmen nicht mehr. Sie sind in den Irrungen und Wirrungen der Geschichte aufgelöst worden.

Aus dem Fundus der Firmen konnte aber eine Menge der damals hergestellten Röhren gerettet werden.


Fein säuberlich werden die Exponate in Vitrinen ausgestellt

      
Diverse Crookes'sche Röhren                                                      Röntgen und Oszillographen Röhren

         
Geissler-Röhren

             
Röhre nach Greinacher                                              Vakuumskala nach Cross


Railway-Röhre nach Crookes              Geissler Röhren                   Kanalstrahl-Röhre nach Goldstein


Diese Röhren, in der Röntgenstrahlensicheren Vitrine, kann man gegen Voranmeldung, im Betrieb sehen.
!!! Da kann ich nur sagen geht hin, ein Besuch lohnt sich !!!

 
In unzähligen Vitrinen wird die ganze Entwicklung der Gasentladungsröhren und einiges über sonstige Glasapparate gezeigt.


  
!!! Das waren noch Zeiten !!!

So sah das Fabrikgebäude von Otto Pressler in der ''Trabi-Zeit'' aus.

Und das ist davon übriggeblieben. Schade. 
Im Frühjahr 2006 wurden die Gebäude abgerissen. Es soll ein kleiner Park gebaut werden. 
Schade um ein Stück Zeitgeschichte.

Die Geschichte der Rudolf-Pressler-Dynastie in Cursdorf.

Rudolf Pressler, war der zweitälteste von vier Brüdern, die in Cursdorf im sogenannten Kloster aufwuchsen.
Das Elternhaus liegt am Berghang zur Meuselbacher Koppe
Die Einwohner von Cursdorf sprachen nur von den "Koppenjongs", wenn von den Buben die Rede war.

Mutter, Lina Pressler, geborene Götze brachte die beiden ältesten Brüder Otto und Rudolf in den 1890ger Jahren nach Leipzig. Sie traten in die Lehre bei ihrem Onkel Robert Götze, in dessen Firma ein, erlernten Das Glasapparatebläser - Handwerk und sammelten die ersten Erfahrungen in der Vakuumtechnik.

Zu dieser Zeit wurden diese Leute als Glaskünstler eingestuft.

Angemerkt sei. Robert Götze erlernte das Glasapparatebläserhandwerk von Heinrich Geissler, der in Bonn schon hohes 
Ansehen erreicht hatte, durch die Herstellung der ersten Vakuum - Gasentladungsröhren.
(Die nach ihm benannten Geisslerröhren, Spektralröhren sowie auch das Radiometer)
1897 nach Lehr und Gesellenjahren machten sich die beiden Brüder Otto und Rudolf selbständig. 
Sie gründeten die Firma Otto Pressler in Leipzig.

1903 trat Rudolf als Mitinhaber aus der Firma aus. Er zog nach Cursdorf in seinen Heimatort zurück. 
Es dürfte die Liebe zu Fräulein Toni Langbein gewesen sein.
Als Verfasser dieser Abhandlung und Enkelsohn von Rudolf Pressler stelle ich das nicht zur Frage.

Die Firma Rudolf Pressler wurde am 1. Juli 1903 gegründet unter dem Firmennamen

Rudolf Pressler
Werkstätten für elektrische Vakuumröhren und Physikalische Glasinstrumente
Cursdorf / Thüringer Wald

Die Fabrikation von Glasinstrumenten ist für Cursdorf neu, so dass sich der Fachmann Rudolf, zuerst einmal in den folgenden Jahren einen hochqualifizierten Facharbeiterstamm zu seinen Mitarbeitern heranbildete. Die Anfangsjahre sind recht mühevoll und entbehrungsreich, auch für die Familie. Inzwischen heiratet Rudolf seine Jugendliebe im Oktober 1903. Eine wirtschaftlich nutzbringende Produktion entwickelte sich langsam. Das Kernstück der Produktion sind Geisslerröhren in den verschiedensten Gestaltungsformen, Spektralröhren, Kathodenstrahlröhren nach Hittorf, Crookes, Braun, Lenard, Perrin, Kanalstrahlröhren nach Goldstein und auch Röntgenröhren für den experimentellen Physikunterricht an Universitäten und Höheren Schulen. Einfache Demonstrationsmodelle aus Glas für den Schulunterricht runden die Fabrikation ab.
Bis zum ersten Weltkrieg ist der Aufbau eines, um die Zeit einzigartigen Unternehmens in dieser entlegenen Gegend gut vorangekommen. Der erste Weltkrieg brachte eine jähe Unterbrechung. In den folgenden Kriegsjahren zogen die Männer an die Front, auch mein Grossvater war davon betroffen. Von der Westfront 1917, als Fachmann für Vakuumröhren, wurde er zu Siemens & Halske nach Berlin gerufen. Hier fertigte man Senderöhren zur drahtlosen Nachrichtenübermittlung. Diese neue Technik ist für den militärischen Einsatz von grossem Nutzen. Nach den Wirren des Krieges fing Rudolf Pressler wieder von vorne an, die Fertigung in Gang zu bringen. Menschen die nicht mehr aus dem Krieg zurückkehren sind zu beklagen, so auch gute Facharbeiter. Die Weltwirtschaftskrise, die von 1929 bis in die 30ger Jahre andauert, ist an der Firma nicht spurlos vorübergegangen. Gelder für Universitäten und Schulen sind kapp bemessen zu dieser Zeit. Die Jahre danach brachten einen Aufschwung und mit zunehmendem Export in alle Länder ist eine Phase der wirtschaftlichen Erholung eingetreten., diese dauerte aber nur kurze Zeit. 1939 begann der zweite Weltkrieg. Mein Grossvater starb 1938, so dass er diesen verhängnisvollen Krieg nicht miterleben musste. Arno Pressler, sein Sohn übernahm als Inhaber die vollständige Leitung der Firma. Er war in den 20ger Jahren in den Betrieb eingetreten, nach seinem Schulabschluss am Gymnasium, Rudolstadt. In den Kriegsjahren werden Überspannungssicherungen (Gasentladungsprinzip) für den militärischen Einsatz in der Nachrichtenübertragung gefertigt. Der Entwicklung dieser Spezialsicherungen sind geniale Ideen meines Vaters vorausgegangen. Dieses Produkt in so kurzer Zeit von ca. einem 3/4 Jahr zu erstellen und bis zur Fertigungsreife zu führen, ist hervorzuheben. Grosse Unternehmen, wie die Fa. Siemens oder die Fa. Wickmann, befassten sich auch mit dieser physikalisch, technischen Problemstellung. Sie geben auf, nachdem die Firma Rudolf Pressler ihr Produkt dem militärischen Nachrichtenübermittlungsdienst mit Erfolg vorgestellt hatte. Nach dem Kriegszusammenbruch 1945 und einer Zwangspause von einigen Monaten, führte mein Vater mit viel Einsatz das Unternehmen auf dem Lehrmittelsektor weiter und konnte mit seinen Mitarbeitern am 1. Juli 1953 das 50 jährige Firmenjubiläum feiern. Die nicht abreissenden Repressalien am freien Unternehmertum in der DDR liessen ihm keinen anderen Weg offen, als seine Heimat zu verlassen. 1958 verliess er seine Firma Rudolf Pressler. Die ganze Familie traf sich in Köln wieder.

Das "Historische Glasapparatemuseum" in Cursdorf, besitzt Gasentladungsröhren von der Firma Rudolf Pressler. Man ist in der einmaligen Lage, diese auch in Funktion zu zeigen. Viele mithelfende, interessierte Menschen sind an diesem Projekt beteiligt und pflegen es. Diesen Personen gebührt mein besonderer Dank

Köln im Jahr 2003                                                                      Geschrieben von Siegfried Pressler, dem Enkel von Rudolf Pressler

Direkter Link auf die Homepage des Glasapparatemuseum in Cursdorf